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Das Drei-Säulen-Modell der Nachhaltigkeit

——-  bearbeitet am 04. August 2017

Das ursprüngliche Drei-Säulen-Modell beschreibt, dass eine nachhaltige Entwicklung nur durch die gleichzeitige und gleichwertige Umsetzung von umweltbezogenen, wirtschaftlichen und sozialen Zielen erreicht werden kann. Die Gleichstellung dieser drei Säulen wird allerdings häufig kritisiert, wodurch neue Modelle wie z.B. das gewichtete Drei-Säulen-Modell entstanden sind. Dieses Modell gewichtet die Rolle der Ökologie stärker, da wirtschaftliche und soziale Aspekte direkt von unseren natürlichen Ressourcen und unserem Klima abhängig sind.

In diesem Artikel beziehen wir uns auf ein Konzept, dass auf dem ursprünglichen Drei Säulen-Modell basiert. Wir wollen dabei jedoch weder die einzelnen Säulen gleichwertig betrachten, noch eine Gewichtung selber vornehmen. Es ist in der Praxis schwer zu definieren, welcher der drei Säulen mehr Bedeutung zugesprochen werden soll. Wichtig für eine nachhaltige Entwicklung ist es, eine Balance zu erreichen und ökologische, ökonomische und soziale Aspekte ganzheitlich zu betrachten. Ein Produkt ist z.B. nicht nachhaltig, wenn es aus umweltverträglichen Materialien besteht, aber unter sozial fragwürdigen Bedingungen gefertigt wird.

Das Fundament der drei Säulen ist bei unserem Modell das persönliche Verhalten. Schließlich bestärken wir mit jeder Kaufentscheidung Unternehmen in ihrem Handeln und entscheiden somit, welche der Säulen von dem Fundament am stärksten getragen werden.

Ökologische Nachhaltigkeit

Die ökologische Nachhaltigkeit beschreibt, dass der Umwelt nur so viele Emissionen zugeführt werden dürfen, sodass die Belastungsgrenzen der Erde eingehalten werden und keine bleibenden Schäden entstehen [1]. Des Weiteren dürfen nur so viele Ressourcen entnommen werden, wie durch erneuerbare Ressourcen ersetzt werden können. Unsere Handlungen dürfen also weder Pflanzen, noch Tiere oder natürliche Ressourcen über ein vertretbares Maß hinaus gefährden.

Zusätzlich gehört auch der Einfluss auf den Menschen dazu (Toxizität). So wird zum Beispiel BPA zur Steigerung der Langlebigkeit von PVC Verbindungen benutzt. Diese haben aber höchstwahrscheinlich fruchtbarkeitseinschränkende Auswirkungen für Frauen [2].

In Sachen Umweltschutz wird viel über Klimaschutz und den Schutz der Ressourcen gesprochen. Jedoch gibt es noch diverse andere Umweltwirkungen, die zur Bewertung der ökologischen Nachhaltigkeit berücksichtigt werden müssen. Zur einheitlichen, transparenten und vergleichbaren Darstellung wird die Lebenszyklusanalyse nach ISO 14040 genutzt und bildet somit eine Grundlage zur ganzheitlichen Umweltbewertung [3].

Ökonomische Nachhaltigkeit

Unternehmen stehen vor einer Vielzahl an Aufgaben, die täglich gelöst werden müssen, um finanzielle Sicherheit für das Unternehmen und die Arbeitnehmer zu gewährleisten. Um die ökonomische Säule des Unternehmens zu bewerten sind folgende Fragen von großer Bedeutung:

  • Steigert das Unternehmen am jeweiligen Standort das Beschäftigungsniveau?
  • Setzt es auf ein langsames Wachstum, das sich an ökologischen und sozialen Gesichtspunkten und nicht an der Gewinnmaximierung orientiert?
  • Schafft das Unternehmen Investitionsbedingungen, die auch für Geldgeber aus nachhaltiger Sicht vertretbar wären? Wie investiert es Gewinne?
  • Nutzt es alle notwendigen und zur Verfügung stehenden Ressourcen effizient und sparsam?
  • Entwickelt das Unternehmen neue Lösungen, um die Zukunft nachhaltig zu gestalten?

Zur Ermittlung der tatsächlichen Zahlen für die Produkte oder das Unternehmen sollte ebenfalls der Lebenszyklusansatz gewählt werden [4]. Dadurch wird es ermöglicht, alle relevanten finanziellen Aspekte einheitlich zu erfassen und dem Unternehmen sowie auch dem Kunden alle Kosten darzustellen [5].

Soziale Nachhaltigkeit

Der soziale Aspekt in der Nachhaltigkeitsbewertung ist ein viel diskutiertes Thema. Jedoch gibt es ein paar Punkte, die Unternehmen einhalten müssen, um einen gewissen Mindeststandard zu erreichen. Dazu gehören nach UNEP/SETAC [6] u.a.:

  • Die Menschenwürde und die Entfaltung der Persönlichkeit müssen gesichert sein
  • Mitarbeitern werden persönliche und beruflich Weiterentwicklung geboten
  • Jedes Mitglied der Gesellschaft erhält Leistungen aus den sozialen Sicherungssystemen
  • Das Produkt ist kein Ergebnis von Kinderarbeit
  • Jeder Arbeiter erhält einen Mindestlohn, der dem internationalen, nicht dem nationalen Standard entspricht.
  • Internationale Arbeitsstandards, wie z.B. Arbeitsstunden, Arbeitssicherheit etc. werden eingehalten

Quellenverzeichnis:

[1] Rockström, J., Steffen, W., Noone, K., Persson, Å., Chapin, F.S., 2009. Planetary Boundaries : Exploring the Safe Operating Space for Humanity. Ecol. Soc. 14, 22.

[2] Canadian Cancer Society, 2017.

[3] ISO 14040, 2006. Environmental management – Life Cycle assessment – Principles and framework. Geneva.

[4] Swarr, T.E., Hunkeler, D., Klöpffer, W., Pesonen, H.-L., Ciroth, A., Brent, A.C., Pagan, R., 2011. Environmental life-cycle costing: a code of practice. Int. J. Life Cycle Assess. 16, 389–391. doi:10.1007/s11367-011-0287-5

[5] Rödger, J.-M., Kjær, L.L., Pagoropoulos, A., 2017. Chapter 15 : Life Cycle Costing – an introduction, in: Hauschild, M.Z., Rosenbaum, R., Olsen, S.I. (Eds.), Life Cycle Assessment – Theory and Practice. Springer Berlin Heidelberg, pp. 1–23.

[6] UNEP/SETAC, 2009. Guidelines for Social Life Cycle Assessment of Products

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