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Die Definition von Nachhaltigkeit

——-  bearbeitet am 26. Juli 2017

Sobald ein Produkt mit dem Wort „nachhaltig“ wirbt, horchen immer mehr Konsumenten auf. Schließlich klingt dieser Begriff nach umweltschonender und sozial verträglicher Produktionsweise.

Aber wie wird die Nachhaltigkeit gemessen?  Ist ein Produkt wirklich nachhaltig, nur weil es aus nachwachsenden Rohstoffen gefertigt wird oder „BIO“ auf der Verpackung steht? Um tatsächlich zu verstehen, was hinter dem Trendwort „nachhaltig“ steckt, gehört deutlich mehr dazu.

Was bedeutet Nachhaltigkeit?

Auch wenn Nachhaltigkeit erst in jüngster Zeit ein wirklich heiß diskutiertes Thema ist, beschäftigen sich Umweltexperten bereits seit einigen Jahrzehnten damit. Die World Commission on Environment and Development – heute Brundtland Commission genannt – definierte bereits 1987 im Brundtland-Report, was das überhaupt bedeutet:

Nachhaltig ist eine Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne die Möglichkeit zukünftiger Generationen aufs Spiel zu setzen, die eigenen Bedürfnisse zu befriedigen. (Im Original: „development that meets the needs of the present without compromising the ability of future generations to meet their own needs.“ [1])

Man muss kein Experte sein um zu wissen, dass unsere aktuelle Lebensweise alles andere als nachhaltig ist – sonst gäbe es weder Klimawandel noch ausbeutende Betriebe in Entwicklungsländern. Bei der Nachhaltigkeit spielen aber noch wesentlich mehr Faktoren eine Rolle. Um ein Produkt ganzheitlich zu bewerten und die komplexen Zusammenhänge von der Rohstoffgewinnung bis zur Entsorgung zu verstehen, müssen folgende Aspekte berücksichtigt werden:

Wie der Name schon sagt, beruht das Drei-Säulen-Konzept auf drei wesentlichen Faktoren, die man bei einer Bewertung von Nachhaltigkeit gleichwertig berücksichtigen muss. Neben der ökologischen Komponente werden hier auch soziale und ökonomische Aspekte untersucht. Dazu wurden in der Industrie und Wissenschaft in den letzten Jahren verschiedene Methoden entwickelt, um die relevanten Daten zu erfassen und die einzelnen Säulen zu bewerten.

Das Konzept der „Planetarischen Grenzen“ beschreibt vereinfacht, wie viele Emissionen die Erde aufnehmen kann. Dabei gelten für jede Emissionsart eigene Grenzwerte, die momentan in verschiedensten Forschungsprojekten ermittelt werden. Sollte auch nur eine dieser Grenzen überschritten werden, kann dies unumkehrbare Folgen für den Planeten haben.

Die Lebenszyklusanalyse bewertet Produkte oder Systeme entlang ihrer gesamten Lebensdauer – von der Herstellung über die Nutzung bis zur Entsorgung. Diese Methode wird vor allem für die ökologische und ökonomische Bewertung genutzt und ist in der Wirtschaft sowie Industrie weit verbreitet. Für die Analyse sozialer Aspekte besteht allerdings weiterhin Forschungsbedarf.

Quellenverzeichnis:

[1] WCED, W.C. on E. and D., 1987. Report of the World Commission on Environment and Development : Our Common Future. Oxford University Press.

[2] Elkington, J., 1997. Cannibals with Forks: The Triple Bottom Line of 21s Century Business. John Wiley & Sons Ltd., London, UK.

[3] Rockström, J., Steffen, W., Noone, K., Persson, Å., Chapin, F.S., 2009. Planetary Boundaries : Exploring the Safe Operating Space for Humanity. Ecol. Soc. 14, 22.

[4] ISO 14040, 2006. Environmental management – Life Cycle assessment – Principles and framework. Geneva.

[5] Swarr, T.E., Hunkeler, D., Klöpffer, W., Pesonen, H.-L., Ciroth, A., Brent, A.C., Pagan, R., 2011. Environmental life-cycle costing: a code of practice. Int. J. Life Cycle Assess. 16, 389–391. doi:10.1007/s11367-011-0287-5

[6] UNEP/SETAC, 2009. Guidelines for Social Life Cycle Assessment of Products

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